BAG-Urteil: Travel Manager müssen neu rechnen

Das Bundesarbeitsgericht BAG hat entschieden, dass Reisezeit künftig als Arbeitszeit zu gelten hat. „Entsendet der Arbeitgeber den Arbeitnehmer vorübergehend zur Arbeit ins Ausland, sind die für Hin- und Rückreise erforderlichen Zeiten wie Arbeit zu vergüten“, heißt es im Beschluss der Richter. Die bisherige Rechtsauffassung, nach der es keinen generellen Anspruch auf die Vergütung von Reisezeiten gab, dürfte damit der Vergangenheit angehören – auch wenn im Urteil ausdrücklich von Arbeit im Ausland die Rede ist.

Eine vollumfängliche juristische Bewertung sei zwar erst möglich, wenn die Urteilsbegründung des BAG vorliege, teilte der Verband Deutsches Reisemanagement VDR in einer ersten Stellungnahme mit. In einer vorläufigen Einschätzung kommt er allerdings zu dem Schluss, dass nicht ersichtlich sei, warum diese Auffassung nicht auch für kürzere und innerdeutsche Dienstreisen gelten solle. „Der Flugpreis als bisheriges Hauptkriterium des Flugeinkaufs“, so die Schlussfolgerung des VDR, müsse „künftig um die für die Reise insgesamt benötigte Zeit ergänzt werden.“

Anders ausgedrückt: Travel Manager werden ihre Reiserichtlinien bald wohl neu durchrechnen müssen – können dabei aber jederzeit die Expertise der Geschäftsreiseexperten von DER Business Travel hinzuziehen. „Sobald die Konsequenzen des Urteils absehbar sind, sind wir jederzeit bereit, Travel Manager bei der Anpassung ihrer Reiserichtlinien an die geänderte Gesetzeslage wirkungsvoll zu unterstützen“, hält Key Account Manager und Head of Consulting Thomas Ansorge fest.