Boeing 737 Max: Business as usual trotz Flugverbots

Das weltweite Grounding der Boeing 737 Max bleibt für den europäischen Luftverkehr bis auf Weiteres ohne nennenswerte Folgen. Den betroffenen Airlines fehlt die Relevanz, um ins Gewicht zu fallen. Platzhirsche wie Air France, British Airways, KLM, die Lufthansa Group oder Schwedens SAS haben das Modell nicht im Programm. “We operate the Airbus family aircraft”, heißt es bei British Airways. “We don’t operate the 737 Max and have also no orders planned for it”, lautet die Auskunft bei KLM. Nahezu wortgleich die Antwort der Lufthansa Group auf Nachfrage von eTalk: „In der LH Group gibt es keine Boeing 737 Max, noch sind welche bestellt.“

Iceland Air, die polnische LOT und Norwegian haben die Boeing 737 Max hingegen eingeflottet. Anders als die Norweger, die 18 Flugzeuge dieses Typs betreiben und als erste Schadenersatz für entgangene Einnahmen forderten, geben sich die Isländer trotz des Flugverbots gelassen: “Kurzfristig wird die Entscheidung keine Auswirkungen auf den Flugbetrieb haben, weil nur drei von insgesamt 33 Flugzeugen betroffen sind. Das können wir in den nächsten Wochen auffangen”, gab sich CEO Boni Nils Bogason gegenüber dem Nachrichtenportal cleveland.com zuversichtlich.

Unterdessen zeichnen sich am Himmel über Boeings Heimatkontinent bereits erste Engpässe ab: Air Canada, die bereits 20 von 61 bestellten Maschinen in Betrieb genommen hat, kündigte an, neue Flugzeuge leasen zu müssen, falls das Flugverbot noch über einen längeren Zeitraum Bestand haben sollte. Ganz so deutlich haben American Airlines, South West Airlines und United Airlines, die aktuell auf 74 von insgesamt 2500 Flugzeuge verzichten müssen, zwar nicht Stellung bezogen – mit einem Ordervolumen von mehr als 500 Maschinen des Typs 737 Max dürften sie allerdings starkes Interesse an einer raschen Aufhebung des Flugverbots haben.