CEO-Fraud immer dreister: Bundeskriminalamt warnt

Das Leben erfindet offenbar immer noch die besten Geschichten. Die von Uwe Becker zum Beispiel. Angeblich Abteilungsleiter im Kanzleramt, dort mit der Lösegeldbeschaffung für den Freikauf deutscher Geiseln befasst und deshalb auf der Suche nach Geldgebern aus Industrie und Wirtschaft. Nur noch 40 Millionen würden fehlen, es käme nun auf jeden an …

So unglaublich die Story auch klingen mag – dem Bundeskriminalamt BKA war sie eine Presseinfo wert, in der es Unternehmen abermals warnte, die Gefahren des CEO-Fraud nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Schließlich hatte die Behörde gerade erst einen international organisierten Ring von Kriminellen ausgehoben, der rund hundert Firmen um 175 Millionen Euro erleichtert hatte. Die Betrüger hatten sie sich Mitarbeitern gegenüber erst als Mitglied der Geschäftsleitung ausgegeben und sie dann zu Geldüberweisungen ins Ausland veranlasst.

Dem BKA zufolge ist das mittlerweile längst nicht mehr so schwierig, wie es auf den ersten Blick scheinen mag: Karriereforen wie Xing oder Linkedin lassen detaillierte Rückschlüsse auf firmeninterne Zusammenhänge zu, Handelsregister, Wirtschaftspresse, Websites oder Facebook-Accounts geben ebenfalls viel Insiderwissen preis. Derart gerüstet, so das BKA, nähmen die Täter dann telefonisch oder per E-Mail mit den „ausgeforschten“ Mitarbeitern Kontakt auf, „wobei E-Mail-Adressen verfälscht und Telefonnummern verschleiert“ würden.

Die Bundespolizei zeigt aber nicht nur, wie Täter vorgehen. Die Behörde hat auch eine Aufklärungskampagne gestartet, mit der sie erklärt, wie sich Unternehmen wirkungsvoll gegen die Chef-Masche schützen können – und die wichtigsten Maßnahmen in einer kostenlos erhältlichen PDF-Broschüre zusammengefasst.