Gefahr durch Drohnen: Eurocontrol mit Maßnahmenpaket

Nachdem plötzlich auftauchende Drohnen kurz hintereinander die Flughäfen von Frankfurt, London Heathrow und London Gatwick lahmgelegt haben, hat Europas Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol das Thema auf die europäische Bühne geholt: Anfang Oktober kamen rund 200 Vertreter der Luftfahrtbranche im Brüsseler Headquarter von Eurocontrol zu einem Workshop zusammen, um Präventions- und Abwehrstrategien zu diskutieren und Gegenmaßnahmen zu verabschieden.

Allerdings wies Iacopo Prissinotti, der bei Eurocontrol für das Netzwerkmanagement verantwortlich ist, schon bei seiner Auftaktrede darauf hin, dass Branche und Behörden im Umgang mit dem neuen Phänomen noch ganz am Anfang stehen. Erstens, so Prissinotti, müsse man sich überhaupt erst einmal auf eine gemeinsame Definition einigen, was unter einer Bedrohung durch Drohnen zu verstehen sei. Danach sei in einem weiteren Schritt zu klären, welche Technologien zur Verfügung stünden, um Drohnenzwischenfälle zu vermeiden oder Drohnen lokalisieren beziehungsweise neutralisieren zu können.

Tatsächlich ist es den Teilnehmern schon bei der Auftaktveranstaltung gelungen, sich in zahlreichen Handlungsfeldern auf das von Prissinotti gewünschte gemeinsame Vorgehen zu verständigen. Danach sollen die Öffentlichkeit, aber auch auf Behörden und Branchenvertreter für die Risiken sensibilisiert und von der Notwendigkeit von Gegenmaßnahmen überzeugt werden. Gleichzeitig sollen auf fachlicher Ebene Zuständigkeiten geklärt, Spezifikationen ebenso wie operative Prozesse definiert und die Interoperabilität mit bestehenden technischen Einrichtungen sichergestellt werden. Eine erste Evaluierung ist für die Folgeveranstaltung im Februar nächsten Jahres vorgesehen.