GreenPower2Jet: verwandelt Luft in Kerosin

Ganz so weit wie König Midas, der alles, was er berührte, in Gold verwandelte, sind Ingenieure und Wissenschaftler zwar noch nicht. Die Verwandlung von Luft in Kerosin scheint ihnen dagegen schon ganz gut zu gelingen: In Stade bei Hamburg entwickelt ein Expertenteam gerade eine industrielle Demonstrationsanlage, die im Power-to-Liquid-Verfahren ab 2021/22 klimaneutrales Kerosin für den Airbus und den Hamburger Flughafen herstellen soll. GreenPower2Jet (GP2J) nennt sich das Projekt, das von einem Konsortium aus TU Hamburg und namhaften Unternehmen wie Airbus, BP, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Dow und Hoyer Logistik getragen wird. Zeitgleich ist im niederländischen Rotterdam ein ähnliches Vorhaben am Start.

Was für Laien bestenfalls nach Sciene Fiction, möglicherweise aber auch eher nach Brüder Grimm klingt, basiert auf dem bereits seit 1925 bekannten Fischer-Tropsch-Verfahren. Dabei werden Gase unter hohem Energieeinsatz in synthetische Kohlenwasserstoffe verwandelt, aus denen dann wiederum Treibstoffe erzeugt werden. Kommt bei diesem Prozess CO2-neutral erzeugte Energie zum Einsatz, ist das Resultat ein klimaneutraler Treibstoff – zum Beispiel Kerosin. Entstammen die dabei verwendeten Gase der Umgebungsluft, kann man etwas verkürzt sogar behaupten, Luft in Kerosin zu verwandeln.

„Der Flugverkehr wird künftig weiter deutlich wachsen, laut der Prognose des Branchenverbandes IATA mit ca. 3,5 Prozent pro Jahr weltweit für die nächsten Jahrzehnte. Deshalb steht die Produktion von nachhaltigen Flugtreibstoffen im Fokus des aktuellen Engagements des GP2J-Konsortiums“, heißt es in einer Mitteilung der International Association for Sustainable Aviation e.V. (IASA).