Meldepflicht entschärft: A1-Bescheinigung noch wichtiger

Die französische Regierung hat die Rechtsvorschriften zur Meldepflicht von Mitarbeitereinsätzen ausländischer Unternehmen in Frankreich überarbeitet: Anders als bisher gelten Tätigkeiten wie die Lieferung von Waren, die Standbetreuung auf Messen oder Werksbesichtigungen nicht mehr als Dienstleistungserbringung im Sinne der EU-Entsenderichtlinie. Für sie besteht deshalb auch keine Meldepflicht mehr.

„Die gesetzliche Verpflichtung, bei Dienstreisen ins Ausland immer eine A1-Bescheinigung im Gepäck zu haben, bleibt davon aber unberührt und sollte unbedingt ernst genommen werden“, erinnert Thomas Ansorge, Key Account Manager bei DER Business Travel. Er rät Arbeitgebern dringend dazu, sich nicht darauf zu verlassen, die Bescheinigung im Bedarfsfall bei der Krankenkasse einholen zu können. „Schließlich besteht Mitführungspflicht“, bringt er die Rechtslage auf den Punkt. Abgesehen davon kann eine fehlende A1-Bescheinigung bei Arbeits- oder Dienstwegeunfällen empfindliche finanzielle Folgen nach sich ziehen. Denn in einigen Ländern werden Leistungen aus der Unfallversicherung nur gegen Vorlage der europäischen Krankenversichertenkarte und der A1-Bescheinigung gewährt.

Thomas Ansorge empfiehlt Reiseverantwortlichen deshalb, sich in der Angelegenheit mit der Personalabteilung in Verbindung zu setzen. „Dort ist man mit sozialversicherungsrechtlichen Aspekten von Auslandstätigkeiten vertraut. In einem zweiten Schritt sollte man ein Verfahren definieren, das festlegt, wie Auslandsreisende diese Bescheinigung zuverlässig erhalten.“

Die A1-Bescheinung kann ab 1. Juli 2019 nur noch elektronisch beantragt werden. Die befristete Übergangregelung, die in begründeten Einzelfällen papiergebundene Anträge auf Ausstellung der A1-Bescheinigung erlaubt, läuft am 30. Juni 2019 aus.